Vorkurs Deutsch

Seit September 2006 sind Grundschulen und Kindergärten verpflichtet den Kindern mit Migrationshintergrund eine spezielle Sprachförderung  zu kommen zu lassen. Jeweils die Hälfte der gesetzlich vorgeschriebenen Stunden werden in der Grundschule und im Kindergarten angeboten.

Angemeldet zu diesem "Vorkurs Deutsch" werden alle Kinder, die das letzte Jahr vor der Einschulung im Kindergarten verbringen und beide Elternteile aus einem nicht deutschsprachigen Herkunftsland stammen. Bei Bedarf und wenn es die Anzahl der Kinder zulässt, dürfen auch deutschsprachigen Kinder den Kurs besuchen, wenn sie eine besondere Sprachförderung benötigen.

Das Konzept unseres "Vorkurs Deutsch" basiert im Wesentlichen auf folgenden Grundlagen: "Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache" von Petra Kaspert / Wolfgang Schneider, sowie "Sprachförderung; Vorkurs zur DAZ-Box von Dagmar Rucys / Marlit Peikert und der DAZ-Box selbst, sowie "Olli Ohrwurm und seine Freunde, Schule des Hörens für Kinder" (LZG).

Elemente aus der Methodik:
Wir trainieren den bewussten Umgang mit den kleinsten Einheiten der gesprochenen Sprache, den Phonen (Lauten). Hinzu kommt die größere Einheit der gesprochenen Sprache, wie etwa Silben. Hierbei spielt das genaue Hören und die Struktur der ge-sprochenen Sprache , wie z.B. der Rhythmus eine Rolle ("Sprachgefühl").

Das angewandte Schema erleichtert den Erwerb eines erweiterten Wortschatzes im Rahmen eines eingegrenzten Themenbereichs. Durch die Betrachtung und Wiederholung alltagsbezogener Sätze führen wir auch an den Satzbau und einfache grammatikalische Regeln, sowie Einzahl, Mehrzahl und Artikel heran.

Wir nutzen...

  • Lauschspiele (Gehör schulen, Geräusche beschreiben und zuordnen...)
  • Reime (sinnige und unsinnige...; Vor- und Nachsprechen, selber finden, Sätze mit Reimwörtern ergänzen)
  • Konzept Satz und Wort (Sätze in Einheiten "Wort" zerlegen und dazu Klatschen oder Springen und wieder zusammenbauen; Zusammengesetzte Wörter (Haus-Tür) betrachten)
  • Silbenbetrachtung  (rhythmischen Sprechen, Klatschen, Springen, Bauklötze)
  • Anlaute (werden erkannt und vom Rest des Wortes getrennt, neue Wörter werden gebildet (z.B wird aus Rrrr-eis Eis; aus Ohr wird Rrrr-ohr)
  • Einzellaute betrachten (Lautgrenze!; wo und wie wird der Laut gebildet?)

Das verwendete Material  besteht außer aus Arbeitsblättern aus Bildkarten, Bilderbüchern, thematisch passenden Liedern, Bewegungsspielen, Rollenspielen, dem greifbaren unmittelbarem Umfeld und seinen alltäglichen Situationen und lebenspraktischen Übungen, sowie Allem, was der Kindergarten ohnehin bietet.

Der Ablauf der Einheiten orientiert sich an den Empfehlungen für den Ablauf der Arbeitsmaterialien Kikus und strukturiert die Einheit in immer wiederkehrende Abschnitte.

Oberstes Gebot ist das Lob für jede Anstrengung (positives Verstärken). Mit Kritik wird gespart, es gibt kein Vergleichen der Kinder untereinander. Jeder sollte "dort abgeholt werden, wo er steht", d.h. seinen Möglichkeiten gemäß seine Beiträge bringen. Individuelles Tempo wird berücksichtigt, soweit es nicht den Rahmen sprengt, den die Zusammenarbeit in der Gruppe setzt.

Letzte Änderung am Montag, 15 Februar 2016 09:31
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